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Information

Ringofen Ziegelei

 

In unserer Gemeinde gab es auch die Ringofenziegelei (ein spezieller Ofen zur Herstellung von Ziegelsteinen) der Firma Heimeroth.
Der erste Standort der Ziegelei befand sich bis etwa 1900 in der Hersfelder Straße, nahe der ehemaligen Bäckerei Wickert. Gegründet von dem Töpfer und Ziegelbrenner Conrad Heimeroth.
Ein weiterer Standpunkt war die Hünfelder Straße (1908 - 1933). Letzter Standort von 1933 - 2001, (mit Pause während der Kriegszeit 1939 - 1945) geleitet von, zunächst Konrad, dann Johannes Heimeroth, war die Rinbergstraße. Eine Besonderheit: Der hohe Kamin besteht noch aus den Steinen des ersten Betriebes, da der Kamin bei jedem Umzug abgetragen und am neuen Standort wieder aufgebaut wurde. Die Umzüge waren notwendig, weil in der Nähe der Betriebsstätte Lehmvorkommen verfügbar sein mußten. Lange Transportwege wären für den Betrieb unrentabel gewesen. Die Ziegelei hatte von der hauseigenen Tongrube bis zur Verarbeitung einen Feldbahnbetrieb mit zwei Dieselloks.

Vorrangig war aber nur die links abgebildete DIEMA Lok (hier im Jahre 1980) im Einsatz, die den Ton Lehm mit Kipploren von der Tongrube die nur einige 100 Meter lange Strecke zur Verarbeitung brachte. Die DIEMA-Lok, mit der Bezeichnung DS 20, ist heute noch bei den Eisenbahnfreunden in Bebra in Betrieb. Die Ziegelei hatte auch einen Gleisanschluß an die Hersfelder Kreisbahn.


Der Ringofen besteht aus einem großen Kreis oder Oval mit etwa 14 bis 20 Kammern, in denen unabhängig voneinander ein Feuer unterhalten werden kann, das die ebenfalls in der Kammer befindlichen getrockneten Rohlinge brennt. Nach erfolgtem Brennvorgang lässt man in einer Kammer das Feuer verlöschen, und die nächste Kammer wird mit Brennstoff beschickt. Dadurch wandert in ca. 1 bis 2 Wochen das Feuer einmal um das Oval. Durch erfindungsreiche Be- und Entlüftung der Kammern erwärmen die gerade gebrannten Ziegel die Zuluft für das Feuer, was diese wiederum schneller abkühlen lässt, während die heißen Abgase die Rohlinge trocknen und vorerhitzen. Gegenüber der beheizten befinden sich die jeweils kühlsten Kammern. Hier werden die fertigen Ziegel entnommen und die Kammer dann neu mit Rohlingen befüllt. Der Ringofen revolutionierte die Ziegelindustrie des 19. Jahrhunderts. Der kontinuierliche Brand lieferte zum ersten Mal eine gleich bleibende Qualität der Ziegel. Ein Ringofen besteht aus einem großen Oval mit etwa 14-20 Brennkammern, in denen unabhängig voneinander Feuer unterhalten werden kann. Durch eine ausgeklügelte Be- und Entlüftung der Kammern besitzt er eine besonders hohe Brennstoffökonomie und ist eines der wirtschaftlichsten Brennaggregate überhaupt. So erwärmen zum Beispiel die gebrannten Ziegel die Zugluft für das Feuer, was diese wiederum schneller abkühlen lässt, während die heißen Abgase die Rohlinge trocknen und vorerhitzen.

Bild oben: Blick in den Ringofen
Bild unten von 1933: Ziegeleibesitzer Johannes Heimeroth (H) mit seinen Arbeitern

Bei Aufgabe des Betriebes, im Jahre 2001, war nicht mehr der Ringofen, sondern ein Tunnelofen (Bild oben) im Einsatz.
Bei über 1000 Grad wurden die Ziegel in dem langen Tunnelofen gebrannt. Dieser Prozess dauerte mehrere Stunden.
Durch die enorme Hitze verdichtet und verfestigt sich der Ton, was dazu führt, dass die Ziegel etwas schrumpfen, gleichzeitig aber an Festigkeit gewinnen.