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Vorwort

aus meinem Buch "Fast vergessen" Schenklengsfeld Anno Dazumal

Da muss erst einer aus der Großstadt kommen, damit alte Erinnerungen nicht nur lebendig, sondern schriftlich festgehalten werden. Ich wohne zwar erst seit etwa 20 Jahren in Schenklengsfeld, bin aber von der Geschichte des Dorfes fasziniert.
Ich habe in den vergangenen Jahren etliche Geschichten und Erinnerungen gesammelt. Dabei ist mir aufgefallen, dass von vielerlei Begebenheiten nur noch wenig bekannt ist. So habe ich mit vielen alten Menschen gesprochen, habe Bilder, Filme und Dokumente gesammelt, damit die alten Begebenheiten nicht in Vergessenheit geraten. Wobei dieser kleine Rückblick selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Dieses Büchlein soll lediglich eine Dokumentation meiner Ausstellung 2015 sein.

Aus Erzählungen weiß ich, dass die Leute im Dorf früher viel enger zusammenlebten, dass die Bewohner in der Regel als Bauern oder kleine Handwerker ihren Arbeitsplatz am Ort hatten und gemeinsam mit der Familie dort wohnten. Wenn ich heute durch das Dorf laufe, sehe ich kaum Menschen. „Früher haben sie abends auf den Bänken gesessen und die Männer haben ihr Pfeifchen geraucht und auch mal einen Krug Bier miteinander getrunken“, so die einstimmige Aussage der älteren Generation. Auch wenn das Leben früher einfacher, eintönig und gleichförmig gewesen ist, so war es doch überschaubarer und in sich reicher als heute. Natürlich ist es nicht so einfach, Altes zu bewahren und gleichzeitig Neues zuzulassen. Wer zu viel bewahrt, wird leicht zum “Messie” – aber, und das ist sicher noch schlimmer, wer alles wegwirft, wird irgendwann geschichtslos. Es wäre schlimm, wenn unsere Gemeinde geschichtslos würde oder die Menschen ihre Erinnerungen verlieren würden. Was die Zukunft für Schenklengsfeld bereithält, wissen wir noch nicht. Die Zukunft wird aber mit Sicherheit anders sein als die Vergangenheit. Wer blauäugig glaubt, dass die Zukunft die Fortsetzung der Vergangenheit ist, der irrt gewaltig.

Jede Gegenwart produziert eine jeweils neue Zukunft, die zwar unbekannt ist, aber individuell von den Bürgerinnen und Bürgern beeinflusst werden kann. An dieser Stelle möchte ich den deutschen Philosophen Theodor W. Adorno zitieren: „Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.“ Wer Zukunft will, muss sie selber erschaffen. Was für die Zukunft zählt, ist Neues. „Nur der, der sich die Gegenwart auch als eine andere denken kann als die existierende, verfügt über Zukunft.“ Wir können unser Wissen aus der Vergangenheit ansammeln und es an die Zukunft weitergeben. Das sollten wir nutzen. Johannes Hesse

Verbotene Darstellungen und NS-Propaganda

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Altes bewahren – Neues erfahren

Man muss erst in die Vergangenheit reisen, um die Gegenwart zu verstehen. Gemeinden verändern sich langsamer als sie eigentlich sollten. Wir wollen, dass sie so werden, wie es unseren Vorstellungen entspricht, und nur allzu oft wollen wir bewahren, was sie einmal waren. Das gilt auch für die Gemeinde Schenklengsfeld.

Weiterführende Links

  • Gemeinde Schenklengsfeld
  • Schenklengsfeld allgemein