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Das erste Schwimmbad

 

Die Idee für das Schwimmbad hatte der Schenklengsfelder Hans Mansius, der mit seiner Familie für 21 Jahre die Verwaltung des Bades übernahm. Als Dank an die Familie Mansius wurde auf dem Grund des Hauptbeckens der Name des Schwimmbades verewigt: Hans und Anna Mansius Bad. Gebaut wurde das Schwimmbad von Bauunternehmer Heinrich Wolf, Schenklengsfeld, mit tatkräftiger Unterstützung durch den freiwilligen Arbeitsdienst. 1955 wurde die Anlage durch Zuschüsse vom Toto und von Gemeindegeldern wesentlich verbessert. Wasserzufuhr und Entleerung der Schwimmbecken entsprachen nun den technischen und hygienischen Ansprüchen der damaligen Zeit. Obwohl Umkleidekabinen und Toiletten vorhanden waren, wurde das Schwimmbad, wegen hygienischer Mängel, in den 1960er Jahren stillgelegt und der Badebetrieb eingestellt.

Bürgermeister Heinrich Lyding half mit dem freiwilligen Arbeitsdienst beim Bau des ersten Schenklengsfelder Schwimmbades am Mansper (Bahnhofstraße / vor dem Bahndamm). Ausgeführt wurde der Bau vom Schenklengsfelder Bauunternehmer Wolf



Auf dem Bild vorne rechts Bürgermeister Lyding,
dahinter, mit der Mütze, Lehrer Mischke.

Eine Werbeveranstaltung für den Wassersport
(Bericht der Hersfelder Zeitung) Bei herrlichem Sommerwetter wurde die Reichsschwimmwoche in Schenklengsfeld mit einer Werbeveranstaltung für den Schwimmsport eröffnet. Die Formationen der SA, HJ, die Mitglieder des Turn- und Sportvereins und die Schüler marschierten in geschlossenen Zuge zum festlich geschmückten Schwimmbad. Hier hatten sich an die 600 Zuschauer eingefunden, die es nicht versäumen wollten, dieser bedeutungsvollen Veranstaltung beizuwohnen. Das Mitglied des Schwimmausschusses, Hauptlehrer Wepler, eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Ansprache. Er dankte dem Vereinsführer des Turn- und Sportvereins „Landeck“ und Führer des Ortsausschusses der Reichsschwimmwoche, Zugführer Mansius, für die Leitung und der geleisteten Vorarbeiten für die Werbeveranstaltung und wies auf die Bedeutung des Wassersportes hin. Am Schlusse seiner Ansprache betonte er, dass die deutsche Seele viel zu wertvoll sei, als dass sie in den Wellen des Wassers hilflos untergeht; deshalb müsse jeder Deutsche ein Schwimmer und gleichzeitig ein Retter sein.

Mit einem dreifachen Sieg Heil auf unseren Führer und das deutsche Vaterland und dem Absingen des Deutschland- und Horst- Wessel Liedes schloss er seine Ansprache. Es wurde nun mit den Schwimmübungen begonnen. Etwa 50 Schwimmer, die zum Teil aus Erwachsenen, Jugendlichen und Schülern bestanden, waren bereit, den Zuschauern zu zeigen, wie man sich mit dem nassen Element vertraut machen kann. Zunächst wurde mit dem Freischwimmen begonnen. Dieser Prüfung unterzogen sich 23 Schwimmer, die aber von ihnen glänzend bestanden wurde. Sie ernteten reichen Beifall der Zuschauermenge. 36

Dem Freischwimmen folgte das Kunstspringen. Hierbei wurde von einigen Schwimmern, die man noch als Anfänger bezeichnen kann, teilweise schöne Sprünge gezeigt. Im Anschluss hieran folgte das Wettschwimmen der Gruppen. Den Höhepunkt der Werbeveranstaltung bildete das Rettungsschwimmen, das Flaschentauchen und ein Wasserballspiel. Eine in Lebensgröße einer erwachsenen Person hergestellte Puppe wurde aus dem Ruderboot ins Wasser fallen gelassen und stellt einen Ertrinkenden dar. Die Rettungsschwimmer zeigten nun den Zuschauern wie man einen Ertrinkenden rettet und ans Land befördert. Allgemeine Heiterkeit löste sich in der Zuschauermenge aus, als das Flaschentauchen begann. Flaschen, die mit Milch gefüllt waren, wurden ins Schwimmbecken geworfen. Kleine wie große Schwimmer tauchten nun nach ihnen, um sich dann an dem kühlen Trunke zu laben. Hierbei gab es für die Zuschauer manche heitere Szenen.

Zum Schlusse der Veranstaltung wurde ein Wasserballspiel ausgetragen. Obwohl dieses Spiel für manchen Schwimmer eine unbekannte Sache war, wickelte sich dasselbe gut und flott ab. Auch hierbei gab es für die Zuschauer manche heitere Augenblicke. Das Programm fesselte die Zuschauer bis zur letzten Darbietung, und die Ver37 anstaltung nahm einen glänzenden Verlauf. Der Schwimmausschuss kann auf seine Arbeit stolz sein, denn sie hat zweifellos zu einem großen Erfolge geführt. Er könne versichert sein, dass sich die Zahl der Schwimmer in kurzer Zeit bedeutend erhöhen wird. Es wird außerdem darauf hingewiesen, dass im Laufe dieser Woche besonderer Schwimmunterricht erteilt wird.