Löwenberg

Samuel (Emil) Löwenberg (Schenklengsfeld) geb. 08.09.1875 in Schenklengsfeld, Klosterschüler 1886-1892 (Mittlere Reife)

Letztes Lebenszeichen: Ghetto Warschau 1943

Er war der Sohn von Mendel Löwenberg und dessen Ehefrau Bertha, eine geborene Rothschild aus Netra. In der Hersfelder Straße in Schenklengsfeld hatte die Familie ihr Wohn- und Geschäftshaus:
„Getreide, Kleesamen, Futterartikel, Düngemittel M. Löwenberg“. Auch nach dem Brandanschlag im März 1933 ist das Firmenschild noch gut zu lesen.

Samuels Rufname war Emil, mit diesem Namen wurde er auch in den Listen seines Heimatortes geführt, sodass seine Identität als ehemaliger Klosterschüler und Opfer des Holocaust erst durch einen Zufall bekannt wurde.

Samuel (genannt Emil) Löwenberg hatte Schenklengsfeld schon vor dem Ersten Weltkrieg verlassen und war in Berlin gelandet. Dort heiratete er die 1883 in Posen geborene Ilka Hermann. Das Ehepaar blieb kinderlos. Nach der NS-Machtergreifung gingen die Beiden nach Prag. Dort konnte sie ihrem Neffen Hans Löwenberg für eine Weile einen Unterschlupf bieten, als dieser sich im Frühjahr 1934 gezwungen sah, seinen Heimatort Schenklengsfeld fluchtartig zu verlassen.

Samuel/ Emil Löwenberg konnte zwar dazu beitragen, dass sein Neffe dem Holocaust entkam. Ihm selbst blieb dieses Schicksal nicht erspart. Er wurde zusammen mit seiner Frau Ilka am 8. Februar 1942 von Prag aus ins Ghetto Theresienstadt deportiert und von dort am 25. April 1942 in die Vernichtung nach Auschwitz. Das gleiche Schicksal erlitt auch sein jüngerer Bruder Salli, der den Schenklengsfelder Familienbetrieb bis Mitte der 1930er Jahre fortgeführt hatte. Auch dessen Ehefrau Klara und die Zwillingssöhne Fritz und Kurt wurden in Auschwitz ermordet.

Mendel Löwenberg, Samuels Vater

Mendel Löwenberg, Samuels Vater

Samuel Löwenbergs Zeugnis

Samuel Löwenbergs Zeugnis der Mittleren Reife mit der Gesamtnote "gut", ausgestellt am 2. April 1892, unterschrieben von Konrad Duden, dem damaligen Direktor des Hersfelder Gymnasiums.

Samuel Löwenbergs Elternhaus in Schenklengsfeld (nach dem Abfackeln im März 1933)

Samuel Löwenbergs Elternhaus in Schenklengsfeld (nach dem Abfackeln im März 1933)